Wrapdress
Ausgediente Verkehrsuniformen werden zu Upcycling-Mode
Eigentlich bin ich ja nicht gerade das tapfere Schneiderlein... Doch der Upcycling-Gedanke bei dem Projekt reizte mich und so entschied ich mich für dieses Projekt um meinen Umgang mit Textilien zu verbessern.

Die Verkehrswacht Coburg spendierte uns dabei ihre alten Uniformen: Dutzende Neon-Jacken und Hosen mit Reflektionsstreifen, Kapuzen, Reissverschlüssen und Taschen.


4. Semester
Hochschulprojekt "Zuviel Textil"

Eingesetzte Tools:

Affinity Designer
Gestaltung Schnittmuster
Digital Sketching
Entwurfsdarstellung
Zuviel Textil...
Modedesign trifft Produktdesign
Aus den Uniformen der Verkehrswacht sollen neue Kleidungsstücke gefertigt werden. Diese können entweder alltagstauglich oder extravagant für den Laufsteg gestaltet sein.

Unterstützung beim gesamten Projekt bietet eine ehemalige Studentin an, die in New York als Modedesignerin arbeitet. Wöchentliche Video-Konferenzen auf Englisch sollen zum Austausch mit ihrem Team genutzt werden.

Neben den aufgetrennten Neon-Stoffstücken stehen auch mehrere neue Stoffe des Modelabels aus New York zur Verfügung, die eingeflogen wurden.

Die Näharbeiten können teilweise von einem geflüchteten Schneidermeister aus Syrien übernommen werden, der bei den Coburger Diensten arbeitet.

Entwurfsphase
Zunächst wurden Moodboards zu mehreren ausgewählten Begriffen erstellt, die in der Projektgruppe immer weiter ausgearbeitet wurden.

Wir legten uns auf das Thema "URBAN REBEL" fest.

Daraufhin entwickelten wir erste Entwürfe auf Figurinen-Vorlagen zur Interpretation des Begriffes.

Ich entschied mich für die Gestaltung eines Wickelkleides.

Das Wrap-Dress
Das Kleid wird mehrmals eng um den Körper gewickelt und durch eine über der Hüfte getragenen, langen Lasche mit Klettverschluss gehalten.

Ein "Urban Rebel" ist es nicht nur wegen seiner ungewöhnlichen Machart. Die Asymetrie und die aus seiner Tragweise entstehende Figurbetonung machen es frech und rebellisch. Ein sich verjüngender Reflektorstreifen zieht sich von unten bis über den Rücken und verleiht dem Kleid zusätzliche Dynamik.

Ich beschränkte mich bei den Textilien ausschließlich auf das Material der Uniformen - per Luftfracht eingeflogene Modestoffe widersprachen meiner Vorstellung von Upcycling.

Um das vorhandene Material bestmöglichst zu nutzen, ist es in mehrere schmale Stoffstreifen unterteilt. Dies war auch vorteilhaft, um das Kleid eng anliegend zu schneidern.

Das Kleid ist sehr kurz gehalten und wird mit einem dazugehörigen Rock getragen. Dieser ist ebenfalls asymetrisch geschnitten und besteht aus dem Innenstoff der Jacken.

Umsetzung

Vektorisieren des Entwurfs

Erstellen einer Abwicklung mit Figurinen

Übertragen der Ansichten auf die Abwicklung

Projektion der Abwicklung auf Teststoff

Anprobieren des Testschnittes am Model

Aufteilen des Kleides in Streifen

Anpassen der Streifen zur Tallierung

Erstellen und Drucken eines Schnittmusters

Nähen des Kleides aus Teststoff

Korrektur des Testkleides am Model

Übertragen der Korrekturen auf Schnittmuster

Erstellen des finalen Schnittmusters

Verteilen der Schnitte auf die Teile der Uniform

Ausschneiden der Stoffstücke und Nähen des Kleides

100% Upcycling
Aufgetrennt
Die Jacken und Hosen der Uniformen wurden komplett auseinandergenommen
Fotografiert
Anschließend wurden die Stoffteile ausgelegt und von oben fotografiert
Digitalisiert
Über die Fotos wurden die Stoffstücke vektoriell nachgezeichnet, passend skaliert und beschriftet
Verteilt
Anhand dieser Übersicht konnten die Teile des Wickelkleides optimal auf das vorhandene Material verteilt werden
Das Fotoshooting
Für das Fotoshooting suchten wir uns urbane Plätze in Coburg aus, unter anderem den alten Güterbahnhof, die stark befahrene Frankenbrücke an der Hochschule, Gassen mit Graffitiwänden oder auch die Dachterrasse meiner WG. Model für die Arbeit war meine Kommilitonin Elisabeth Ewald, auf die das Wickelkleid zugeschnitten wurde.