Fotobox
Party-Fotoautomat im Retro-Faltenbalg-Look
Alles begann mit der Hochzeit eines Freundes: Wir ließen uns dutzende Male an der dort vorhandenen Fotobox ablichten. Ich war erstaunt, dass in Abwesenheit eines Fotografen so viel andere Bilder entstehen. Wenn kein Mensch, sondern ein Gerät den Moment für die Ewigkeit festhält, scheint die Situation intimer und der Spaß vor der Kamera entsprechend größer.

Für mich war klar - so einen Automaten wollte ich auch haben! Jedoch sollte er etwas hübscher sein, als 6 zusammengeschraubte, lackierte MDF-Platten, so wie sie von vielen Fotografen und Fotobox-Services angeboten wird.


Eigenes Projekt
Semesterferien 2017

Eingesetzte Tools:

Solid Works
Konstruktion
Keyshot
Renderings
Fritzing
Planung Elektronik
Arduino
Steuerung
Entwurf
Bevor die endgültige Form der Fotobox feststand, fertigte ich einige Entwürfe im CAD an. Daraus entstanden Ideen, welche den Weg ins finale Modell gefunden haben:

Eine lichtdurchlässige Front für Blitz und Einstelllicht

Ein leuchtender Ring um das Objektiv als Statusanzeige

Das Gehäuse zitiert eine Faltenbalg-Kamera


Die Entwürfe berücksichtigten auch den Bauraum von Kamera und Blitzgerät sowie das vorhandene Display. Dadurch konnte auch eine Gehäuseform festgelegt werden, welche das nötige Volumen für die gegebenen Komponenten bereitstellt, ohne zu klobig zu wirken.

Alte Faltenbalgkameras sind wohl jedem bekannt aus Western-Filmen und haben dadurch archetypischen Charakter. Da eine Fotobox eine sehr ähnliche Semantik hat, wurden formale Elemente dieses alten Apparates aufgegriffen.

Vorne befindet sich ein milchiges Acrylglas, welches Display, LED-Ring und Auslöser trägt. Blitz und Einstelllicht leuchten durch die komplette Front. Ein Reflektor im Inneren sorgt für eine effiziente und homogene Ausleuchtung.

Der LED-Ring um das Objektiv dient zur Darstellung des Countdowns bis zum Auslösen der Kamera. Die Augen können so den Countdown verfolgen, ohne den Blick vom Objektiv abzuwenden.

Als Stativ dienen mehrere Leisten eines Lattenrostes - Das Schichtholz ist dünn, entwickelt aber gespannt eine ausreichend hohe Steifigkeit. Die drei Beine sind mit einem Stativkreuz verbunden und werden unten mit weiteren Leisten und Scharnieren für die nötige Spannung gespreizt.
An der Rückseite der Fotobox befindet sich eine Durchleuchteinheit, die sich mit bedruckten Overhead-Folien individuell an das Event anpassen lässt.

Ein Arduino Nano steuert sowohl den Kamerauslöser als auch das Einstelllicht und den LED-Ring an.

Der Countdown kann mit dem internen Drucktaster als auch mit einem externen Fußtaster gestartet werden.

Das fertige Bild wird von einem kleinen Monitor angezeigt, der an den HDMI-Ausgang der Kamera angeschlossen ist.
Fazit
Durch die Konstruktion der Fotobox konnte ich das Arbeiten mit Solid Works vor allem im Umgang mit vielen Unterbaugruppen vertiefen.

Auch handwerklich lernte ich einiges dazu: Schweissen, Drehen und Fräsen von Holz - dank der Einweisungen durch unsere in den Semesterferien anwesenden Werkstattmeister konnte ich den kompletten Aufbau selbst umsetzen.

"Einfach mal drauflos konstruieren" - eine Methode, die mich hier auf viele Ideen brachte. Gerade bei Neuentwicklungen können so Probleme aufgedeckt und neue Ansätze generiert werden.
Realisierung